Hintergrund

Die Zahl übergewichtiger Menschen ist in den letzten Jahrzehnten beständig gestiegen, und damit steigt für viele Betroffene neben Stigmatisierung und Diskriminierung auch das Risiko für Gefäßkrankheiten, Diabetes Typ II oder Bluthochdruck.

Übergewicht entsteht in den meisten Fällen durch eine positive Energiebilanz, d.h. es wird mehr Energie über die Nahrung aufgenommen, als vom Körper verbraucht wird. Während jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens übergewichtig wird oder sogar eine Adipositas entwickelt, bleiben andere ihr Leben lang schlank. Damit steht fest, dass ein Überangebot von energiereichen Nahrungsmitteln in westlichen Industrienationen nicht alleine ausschlaggebend für die Entwicklung von Adipositas sein kann. Vielmehr ist der Gewichtsstatus jedes Einzelnen das Resultat aus einem komplexen Zusammenspiel von individuellem Verhalten (z.B. Essverhalten, physische Aktivität), Merkmalen der Umgebung (z.B. Nahrungsangebot, Bewegungsfreundlichkeit) und individueller Veranlagung (genetische Merkmale).

Aber wie entsteht Adipositas? Warum fällt es vielen Menschen schwer, verlockenden Nahrungsreizen zu widerstehen? Bestimmt unser Gehirn, ob wir uns für oder gegen Belohnung versprechende Nahrungsmittel entscheiden? Oder passt sich unser Gehirn gar im Laufe der Zeit unseren bisher getroffenen Entscheidungen an, und uns fällt es in Zukunft schwerer, unser Verhalten wieder zu verändern?

Um diese komplexen Fragestellungen zu erforschen, greifen im O‘ Brain-Project synergetisch verschiedene Organisationseinheiten in einander:

  • die Nachwuchsforschungsgruppe „Computationale Modellierung belohnungsbasierter Lern- und Entscheidungsprozesse“(Dr. Jane Neumann)
  • die Nachwuchsforschungsgruppe„Entscheidungsfindung bei Adipositas: Neurobiologie, Verhalten und Plastizität“ (Dr. Annette Horstmann) des (IFB) AdipositasErkrankungen
  • das Teilprojekt „Neurokognitive Modelle der Verhaltenskontrolle bei Adipositas“ des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1052 (Dr. Annette Horstmann)

Hierfür kommen neueste wissenschaftliche Methodiken wie die funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) und der Computationalen Modellierung zum Einsatz.

Die Forschungsprojekte werden von einer Reihe von Institutionen wie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) gefördert.